Das »Große Welt-Theater«

 

Wenn wir schon einmal ein Baby oder auch ein Kleinkind näher betrachtet haben, so muß es auffallen, daß dieses kleine Menschlein sehr rege und hellwach seine Umgebung beobachten will.

Ständig geht der Kopf dabei hin und her. Die Augen wollen möglichst alles erfassen können.
Alles erfassen zu können, geht aber noch nicht. Alle Sinnesorgane dazu befinden sich erst an ihrem Anfang einer Entwickelung für den umfangreichen Gebrauch damit.

Und dennoch, wenn wir genauer hinschauen, so muß es auffallen, daß bei all diesem Gucken, es auch den Eindruck machen muß, als befände sich dieser kleine neue Erdenbürger vor einer ihn umgebenden Bühne.
Alles auf dieser »Bühne« ist bereits vorhanden. Es muß nur noch durch das Hinschauen erkannt und in sich aufgenommen werden.

Und richtig - so wie ein Besucher als Gast in ein Theater geht - so treffen hier auf Erden tatsächlich auch die neuen Erdenbürger als Gäste ein.
Denn wenn sie hier geboren werden, ist doch alles das, was sie nun als ihre neuerliche Umgebung sehen und in den eigenen und »selbstseherischen« Erfahrungen erleben werden, auch tatsächlich schon vorhanden.

Ein Gast stellt auch selbst Bedingungen der vielfältigsten Art. Das geht bis zu selbst gedachten Forderungen. Und diese gedachten Forderungen hält er für sich auch für ganz normal und erforderlich. Denn er will doch auch etwas für seinen Einsatz, den er einzubringen bereit ist, erhalten.

Das ist bei einem Theaterbesucher sehr gut zu verstehen. Er bringt etwas ein. Er zahlt seinen Eintrittspreis. Und dafür erwartet er auch einen Gegenwert in Form der auch für ihn vorbereiteten Vorstellung auf der Bühne.
Für sein Geld will er, ganz einfach gesprochen, auch etwas als Gegenleistung haben.

Und in diesem wohligen Selbstgefühl sitzt er dann auf seinem Platz vor der Bühne.
Hier kann er sich nun erfreuen, sich erheitern, traurig sein oder auch das alles als eine Zumutung auffassen, wenn er mit dem auf der Bühne vorgetragenen Stück nicht einverstanden ist.

Auf jeden Fall hat er für sich selbst hierbei die ganz freie Entscheidung in eigener Hand, um sich damit auch seine eigenen Beurteilungen über das »Theater-Spielen« machen zu können.

So kann es dann auch geschehen, daß ein Bühnenstück, das nicht gefällt, mit Buh-Rufen und anderen Tätlichkeiten bedacht wird.
Auch ist es möglich, daß bei einem sehr gut angekommenen Stück mit schier größtem Lob und mit Huldigungen bis zu »explodierenden« Verzückungen reagiert wird.

In jedem Fall hat der Theatergast etwas sehr persönliches erlebt und zum Teile auch genossen.
Und in den meisten Fällen hat er einen Ausgleich für seinen geld lichen Einsatz erhalten und er ist somit auch gänzlich zufrieden.-

Und in der Tat, in dem »Großen Welttheater« verhält es sich ganz ähnlich. Nur hierin geht es letztlich um das Sein oder Nichtsein des einzelnen Menschen selbst.
Überwiegend sieht jeder Erdenbürger sich tatsächlich wie vor einer Bühne agierend. Sehr oft steht er selbst dabei auf der Bühne und spielt sein persönliches Stück.

Und in diesem »Welttheater« gibt es alles das, was es an einem normalen Theater auch gibt.
Da gibt es die Bau planer, die Bauherren, die Hausherren, die Stückeschreiber und alle sonstigen, dazu gehörenden, notwendigen weiteren Personen.
Doch der weitaus größere Teil der daran beteiligten Personen besteht aus den Zuschauern und den Betrachtern.

Die wichtigste Erkenntnis hierbei ist die, daß alle Verantwortung für die Form und die Art, für das Betreiben, für das Bestehen und für den Erhalt dieses »Großen-Welttheaters« bei jeder dazugehörenden Person selbst auch liegt.

Und zu diesem »Großen-Welttheater« gehören alle Menschen auf dieser Erde!

Sehr viele der Erdenbürger leben tatsächlich nach den Normen eines Theaters. Alle spielen überwiegend »Theater« und stellen überwiegend nur sich selbst dabei dar.

Sie sind doch wer.

Und dieses »WER« bildet in der großen Gesamtheit aller Menschheit dann auch das neueste Stück auf dieser Bühne des »Großen Welttheaters« und es heißt: »Selbstverwirklichung« in Selbstdarstellung auf Erden.

Doch es kommt auch dabei einmal das Ende. Der letzte Vorhang wird einmal fallen!

Wenn wir die Geburt eines neuen Erdenbürgers als den Einstieg in dieses »Große Welttheater« erkannt haben, so müssen wir in logischer Folge auch Erkennen, daß das Fallen des letzten Vorhanges auf Erden gleichzusetzen ist mit dem irdischen »Wieder-abscheiden-müssen« von dieser genannten »Bühne des Erden-Lebens«.

Das vollzieht sich ganz natürlich in dem Sterben mit dem irdischen Tod.

Und ein Wehe uns allen, wenn wir dann erkennen müssen, daß wir nur »Schauspieler« zu Gunsten unseres persönlichen und eigenen irdischen Vorteiles wegen auf dieser Erde als Gast gewesen waren.

Ein Wehe auch dafür, daß es manchem nicht möglich geworden war, auf Erden schon erkennen zu können, daß wir eben nicht auf einer Bühne wirken sollten - in falsch gedachter Selbstverwirklichung - sondern in einer lebendigen und allumfassenden natürlichen Schöpfung des Schöpfers zu Hause sind.
Und es muß doch manch einer ein Bewußtsein dafür bei sich erkennen, daß er zum allergrößten Teile tatsächlich in seiner unverfrorenen Überheblichkeit zu einer gottlosen Kreatur verkommen ist.

Es wird dann auch furchtbar werden müssen, wenn manch einer dann erkennen muß, daß er durch zielstrebige Zeitvergeudung für alles Unwichtige die Gastfreundschaft des Schöpfers als »Mensch« in Seinem Hause - hier auf der Erde - damit gänzlich für sich auf dieser Bühne des »Großen Welttheaters« »verspielt« hat.

Denn dabei war allen »Schau-spielenden-Gästen« auf der Erde völlig das Bewußtsein dafür abhanden gekommen, daß wir alle nur als Gäste hier eine Schule für eine bestimmte Zeit besuchen dürfen - oder auch besuchen müssen.
Und daß wir dabei diese »Schule Erde« für die eigene und ganz persönliche, menschliche und damit für die eigene, innere, geistige Reifung eigentlich durchwandern sollten.

Das alles, um dann in dem Bewußtsein, auch nur als eine Menschen-Kreatur mit geistigen Befähigungen - neben vielen anderen Kreaturen - mitwirken zu können in dem von Licht durchstrahlten All der großen GOTTES-Schöpfung.
In der wir dann unsere ewige Heimat finden und erhalten dürfen.

Es darf deshalb auch niemals dazu verkommen, daß wir uns in der Schöpfung nur als »Mitspieler« betrachten und diese als solche »Spieler» erleben wollen. Solche »Mitspieler« arbeiten dann auch nur nach »Spielregeln«. Und das hieße sündhaftes Vergehen gegen den lebendigen Gotteswillen, der unumstößlich und felsenfest in den Naturgesetzen dieser Schöpfung vorhanden ist.

Nur innerhalb dieser vorhandenen Gesetzmäßigkeiten, die in Vollkommenheit schwingen, müssen wir unseren persönlichen Entwickelungsweg auch beschreiten.

Dazu ist das Erkennen der seit Ewigkeiten bestehenden Tugenden in der Höhe der Gottesnähe von größter Wichtigkeit. Denn aus diesen Tugenden in der Gottesnähe erhalten wir den Auftrieb aus allem Lichte, um uns diesen entgegen entwickeln zu müssen.
Und das hat wiederum nur dann einen gewaltigen und emporhebenden Erfolg für uns, wenn wir uns diesen Tugenden auch selbstbewußt und in Demut öffnen können, um uns darin und damit auf das lichte Ziel in der lichten Höhe in dieser Schöpfung hin bewegen zu dürfen.-

Es verbleibt aber immer noch die große Gruppe von Menschen, die sich alles das als die Zuschauer und die Betrachter allen »Weltgeschehens« hier im »Großen Welttheater« auf der Erde ansehen und danach ihr Erdenleben einzurichten bestrebt sind.

Darunter sind auch alle jene zu erkennen, die immer wieder rufen:

»Warum läßt Gott dieses oder jenes zu - so auch die großen Kriege?«

»Warum hat er die Menschen nicht vollkommener geschaffen?«

»Ist er nicht allmächtig?«

Doch alle diese Menschen wollen in dem Schöpfer nichts anderes sehen als den großen »Oberregiesseur« des gesamten, von ihnen so falsch verstandenen »Großen Welttheaters«.

Dazu gehören auch alle jene Menschen unter uns, die sich nur «unterhalten« lassen wollen. Und wenn sie sich selbst auch noch als «gläubige Menschen« ansehen, die doch an «ihren Gott« glauben wollen - ganz so, wie sie es sich denken und wünschen - so muß er ihnen, nach ihrer Meinung, auch »zu Diensten« sein; denn wozu »glauben« sie sonst an ihn?
Sie alle wollen einen Gegenbeweis von ihm, als Lob für ihren »treuen« Glauben an ihn, den sie doch alle auch schon eingebracht zu haben »glauben«.

Und darum betrachten sehr viele dieser Menschen ihren Schöpfer als ihren »Erfüllungsgehilfen« für die von ihnen geforderten Wunscherfüllungen.

Dann gibt es auch noch eine Gruppe von Zeitgenossen, die man mit dem Begriff «Gaukler« bezeichnen muß. Es handelt sich dabei um Menschen, die sich auf «geistigem« Gebiet sehr schnell für etwas begeistern lassen und dann damit - wie mit heller Fackel - durch die «Gegend« rennen, um andere damit zu »entflammen« und  zu »begeistern« für ihre neu gewonnene »Überzeugung«.

Doch ihre zunächst selbst gewonnene »Überzeugung« stirbt sehr schnell wieder, wenn sich ihre dabei selbst gedachten »Wunscherfüllungen« nicht nach ihrem »Sinne« auch erfüllen.

Diese sind darum in ihrem Handeln schwankend wie ein Rohr im Winde.
In ihren Taten sind sie den Eintagsfliegen gleich, die auch nur ein ganz kurzes Leben haben.

Was verstehen solche Menschen denn eigentlich unter persönlicher Überzeugung?

Doch alle diese angesprochenen Menschen haben nunmehr auch den gänzlichen Beweis selbst dafür abgelegt, daß sie bis heute unfähig geblieben sind, ihren Daseins auch weit über dieses Erdenleben hinaus verantwortungsbewußt in Eigenverantwortung und damit in echter Überzeugung gestalten zu können.

Denn das kann nur ohne jedes »Theaterspielen« erfolgen.
Es muß von jedermann in dem ganzen Ernste erkannt werden, daß wir uns nicht in einem »Großen-Welttheater« befinden, sondern in der von Licht und von Lebendigkeit durchfluteten, großen Schöpfung GOTTES.

Und dazu gehört die umfassende Kenntnis über die vollkommenen Natur-, Schöpfungs- oder Gottesgesetze, wonach wir uns alle als Menschen richten müssen!

Alleine das rechte Befolgen der »Zehn Gebote Gottes« würde zur Folge gehabt haben, daß es niemals mehr überwiegend nur »Theaterspieler« und »Vorteilssucher« auf Erden gegeben hätte.

Es ist darum heute von ganz entscheidender Bedeutung, daß wir heute das richtige und echte, natürliche und wahrhaftige Wissen über den Vorgang für den bevorstehenden Erden-Tod eines jeden persönlich gewordenen Erdenmenschen auch besitzen.

Für die Zeit nach seinem »Bühnenauftritt« auf der Erde muß jedem schon hier über die dann für ihn beginnende neue Zeit Klarheit geworden sein!

Vernachlässigungen hierbei bedeuten für den nachlässigen und falschen Selbstverwirklicher die große Gefahr, den ewigen Tod, in der für ihn dann in Gerechtigkeit kommen müssenden Selbstauflösung seines geistigen, persönlichen Nicht-Bewußtseins in dem laufenden Reinigungsprozeß in dieser großen Schöpfung erfahren zu müssen.

Und allen  falschen »Sich-selbst-Verwirklichenden« kann vom Lichte aus - aus der Gottesnähe - in der Zukunft nicht mehr geholfen werden!

Nur als wahrhaftige Mitwirkende am ewigen Aus- und Aufbau in dieser Schöpfung und damit als geistig Lebendige im ewigen Kreislauf allen Schöpfungsgeschehens stehende Menschen, haben wir noch die Aussicht auf unseren persönlichen Fortbestand darin.
Denn nur als wirkliche, sich selbst für alle eigenen Taten auch voll verantwortlich erlebende »Menschenkreaturen«, haben wir die Aussicht auf einen ewigen Fortbestand unseres geistig persönlich zu werdenden »ICHS«.

Und das alles geschieht auch nur in eigener, kristallklarer und persönlicher Überzeugung zu dem großen Gotteswillen in der Schöpfung!
Eine Behinderung durch Personenkult darf es hierbei niemals mehr geben!

Dann wird auch jede persönliche Selbstverwirklichung nicht mehr von »Spielregeln« begleitet sein, sondern diese wird sich - für jeden Menschen, der sich selbst darin immer vollbewußt seiend ist - dann innerhalb der nur aufbauenden,

vollkommenen Schöpfungsurgesetze GOTTES,

gänzlich in Harmonie vollziehen!

H. K. B.

***

Überarbeitet im Juni 2004 - Januar 2010
 


© by Horst Karl Brotzki 2000-2010

Inhaltsübersicht